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Leserbrief an die Heilbronner Stimme

Donnerstag, 3. Juni 2010

Zum Artikel: „Aufregung um Kamera-Quad“ (1.6.2010)

Da fährt ein von der Stadt beauftragtes Gefährt durch die Gegend, um Straßenschäden zu dokumentieren und der HSt fällt nichts besseres ein, als die diffuse Angst der Bevölkerung vor dem angeblich so bösen Google StreetView zu schüren.

Anstatt zum Beispiel die großen Datenkraken Bertelsmann, GEZ, Payback, ELENA oder wie sie alle heißen, einer ähnlich kritischen Berichterstattung zu unterziehen, wird hier nicht gerade subtil Politik gemacht. Man hat Google durch entsprechende Berichterstattung als großen, dunklen Bösewicht positioniert, lenkt von anderen Problematiken ab und stellt sich selbst als Datenschützer dar.

Dass im kommenden Jahr eine Volkszählung stattfinden soll, das wurde 2010 satte 2 Mal in der HSt erwähnt. Beim Zensus 2011 wird eklatant gegen das 1983 ausformulierte Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung verstoßen und teils hochsensible Daten werden zusammengetragen – zum Beispiel komplette Datensätze von Teilnehmern in Zeugenschutzprogrammen mit entsprechendem Hinweis! All das wird nicht thematisiert, sondern ignoriert und totgeschwiegen.

Aber gut, dann müssen eben ein weiteres Mal junge politische Kräfte wie der AK Zensus oder die Piratenpartei auf die Straßen gehen und die Informationsarbeit machen, bei der die sich gern als „traditionell“ bezeichnenden Medien bisher so kläglichst versagt haben.