Artikel-Schlagworte: „bildungspolitik“

#JedenTagEinAntrag Random Edition: PA588

Mittwoch, 21. November 2012
Dies ist ein Blogposting im Rahmen der Aktion #JedenTagEinAntrag (Inhaltsverzeichnis). Ich will versuchen, mir bis zum Bundesparteitag der Piratenpartei am 24. November in Bochum an jedem Tag einen von meinem Rechner zufällig ausgewählten Antrag vorzunehmen.
 
Achtung: Ich übertreibe gern und meine Analysen können gelegentlich oberflächlich sein. Sollte ich bei dem einen oder anderen Beitrag irgendeinen grundsätzlichen Aspekt nicht bedacht oder gar erkannt haben, bitte ich um Rückmeldung.

Heute:

PA588 – Leerantrag zur Schulpflicht

Inzwischen wurde der Antrag zurückgezogen. Da ich den Artikel aber geschrieben habe, bevor das geschah, wird er trotzdem hier veröffentlicht. :)

Inhalt des Antrags

Der Antragsteller Seymour fordert, dass sich die Piratenpartei im Wahlprogramm nicht zur Schulpflicht äußern soll.

Meine Gedanken dazu

Endlich! Ein Nicht-Antrag!

Ich versteh ja die Intention dahinter. Aber ganz ehrlich: Wenn die Schulpflichtlerinnen mit den Homeschoolerinnen streiten wollen, dann werden sie das auch weiterhin tun, egal, was für Anträge (oder in dem Fall Nicht-Anträge) ein Bundesparteitag beschließt.

Noch dazu geht es hier um eine Frage, in der zwar ein paar Anhängerinnen des Homeschoolings lautstark schreien, aber doch hoffentlich die Vernunft, der Schutz der Jugend und ein ansatzweise einheitliches Bildungsmindestniveau siegen wird. Mag zwar sein, dass es einige wenige Homeschoolerinnen gibt, die wirklich auch fachlich geeignet sind, ihren Kindern eine brauchbare Bildung zu bieten. Auf den absoluten Großteil der Eltern, die das ernsthaft in Betracht ziehen, dürfte das allerdings nicht zutreffen.

Fazit (tl;dr)

Ablehnen.

 

#JedenTagEinAntrag Random Edition: PA374

Montag, 19. November 2012
Dies ist ein Blogposting im Rahmen der Aktion #JedenTagEinAntrag (Inhaltsverzeichnis). Ich will versuchen, mir bis zum Bundesparteitag der Piratenpartei am 24. November in Bochum an jedem Tag einen von meinem Rechner zufällig ausgewählten Antrag vorzunehmen.
 
Achtung: Ich übertreibe gern und meine Analysen können gelegentlich oberflächlich sein. Sollte ich bei dem einen oder anderen Beitrag irgendeinen grundsätzlichen Aspekt nicht bedacht oder gar erkannt haben, bitte ich um Rückmeldung.

Heute:

PA374 – Abbau des Bildungsförderalismus

Inhalt des Antrags

Der AK Bildungspolitik NRW fordert, im Grundsatzprogramm zu verankern, dass sämtliche Kompetenz für die Bildungspolitik von den Ländern zentral zum Bund wandert.

Meine Gedanken dazu

Schwieriges Thema. Ich fände es schon begrüßenswert, wenn der Bund die Kompetenz hätte, gewisse Bildungs-Mindeststandards für die Länder zu erzwingen.

Andererseits hat das derzeitige föderale System durchaus auch seine Vorteile. Verschiedene Bundesländer haben nunmal verschiedene Ansprüche, was zum Beispiel Fremdsprachen angeht und ein zentral vom Bund vorgegebener Master-Lehrplan, der bundesweit verbindlich gelten soll, stelle ich mir gerade auch deshalb nicht gerade übersichtlich vor.

Lokal begrenzte Experimente mit Schulsystemen (G8 vs. G9 oder auch Gemeinschaftsschulen), die ja durchaus auch positive Effekte haben können, wären vermutlich viel schwerer durchzusetzen, wenn alles zentral vom Bund kontrolliert würde. Und dann habe ich noch Zweifel, ob Bundespolitikerinnen „besser“ mit der Verantwortung umgingen als Landespolitikerinnen, an denen man im Zweifelsfall „näher dran“ ist.

Wie schon gesagt, der komplette Bildungsbereich ist ein schwieriges Thema. Noch dazu wird es nicht gerade dadurch leichter gemacht, dass für die hier angestrebte umfassende Reform eine verfassungsändernde Mehrheit benötigt wird.

Noch dazu finde ich die Antragsbegründung mangelhaft. Im ersten Absatz wird eine Behauptung aufgestellt, ohne sie zu belegen. Der zweite Absatz erklärt die historischen Hintergründe, aus denen aber nicht zwingend folgt, dass unbedingt etwas geändert werden muss. Der dritte Absatz wiegt ein paar Vor- und Nachteile des föderalen Systems gegeneinander auf und erklärt pauschal, dass die Nachteile überwiegen.

Fazit (tl;dr)

Der Antrag geht für mir persönlich zwar in die richtige Richtung, aber deutlich zu weit. Ich überlege, trotzdem mit leichten Bauchschmerzen zuzustimmen. Meine endgültige Entscheidung werde ich aber vermutlich erst während der Diskussion auf dem BPT treffen.