Archiv für Dezember 2012

Zur Gruppe 42 ääh 43

Donnerstag, 13. Dezember 2012

Zeit für ein paar Takte Rant. Jippieh!

Will sich doch demnächst ein piratennaher Verein gründen: Das Frankfurter Kollegium.

Dem Empörungskonsens auf Twitter zufolge wird dadurch die Realität mal wieder in mehrere Teile gespalten. Manche begrüßen das, weil durch die neue offizielle Strömung in der Partei jetzt ENDLICH einmal gebündelte inhaltliche Arbeit als Bollwerk gegen die linken Spinner innerhalb der Piratenpartei entsteht. Und manche finden das aus diversen Gründen doof. Einige wegen inhaltlicher Bedenken, und andere, weil hier doch tatsächlich nicht nur einer, sondern sogar zwei (!!!!!1einself) Bundesvorstände irgendwie tiefer in die Gründung involviert sind. ZWEI! Das ist in den Augen von ganz sympathischen Vollcheckern ja auf jeden Fall ein klarer Versuch, die Basisdemokratie abzuschaffen und durch eine Bundesvorstandsdiktatur zu ersetzen.

Und dann noch die Unterschriftenliste zur Unterstützung des Frankfurter Kollegium. Endlich (!) mal wieder eine Liste, wo man seinen Namen druntersetzen kann, um das wohlig warme Gefühl zu bekommen, nicht nur zu meckern, sondern auch etwas zu tun. Zugegeben, dieser Reflex der Piraten wird hier ganz vorzüglich ausgenutzt. Wird doch nicht nur eine belanglose Liste ins Wiki gestellt, sondern durch die Vereinsform auch die Möglichkeit geschaffen, sich durch eine Mitgliedschaft aktiv für die Gute Sache[tm](c) einzusetzen. Für nur 1 Euro im Monat (zumindest laut Plan – derzeit gibt es ja maximal einen Satzungsentwurf, der der erste in der Geschichte der Piratenpartei wäre, der ohne Diskussion und „Feintuning“ angenommen würde)! 1 Euro! Quasi ein Schnäppchen! Und der Plan scheint auch aufzugehen, gibt es doch wohl schon ausgefüllte Mitgliedsanträge, bevor der Verein überhapt gegründet ist. Großartig.

Überhaupt: Verein. Klar, wir sind in Deutschland, da ist das ja quasi Pflicht. Was allerdings der tiefere Sinn der Vereinsform sein soll, mag sich mir nicht so sehr erschließen. Wahrscheinlich halt, weil mehr als 7 deutsche Piraten in die Planung involviert waren und ein e.V. dann natürlich nahe liegt. Oder so.

Ich schweife ab. Was ich sagen will: Bevor ich jetzt in Panik ausbreche, weil hier ganz ganz die Neokonservativen die Partei übernehmen wollen, würd ich doch ein wenig zur Ruhe raten. Lasst sie doch ihr Vereinchen im kleinen Kreis gründen. Warten wir mal ab ob (erinnert sich noch jemand an die Gruppe 42?) und wenn ja was für Anträge sie für Parteitage produzieren, lesen ihre Werke dann durch und bewerten sie an ihren Inhalten (das Manifest sorgt schonmal alleine im ersten Absatz dafür, dass alle Mitspieler gleichzeitig im Hohle-Phrasen-Bullshit-Bingo gewinnen) und nicht an ihren Personen. Sachbezogen und so. Und wenn ihre Ideen wirklich neokonservativer FDP-kompatibler Müll sein sollten, dann besteht meines Wissens immer noch die Möglichkeit, schlechte Anträge abzulehnen.